Schon der sechste Monats-Rückblick! Das Format gefällt mir immer noch, weil ich mich hier selber besinnen kann, was in diesem Monat eigentlich passiert ist.
Was ich gelesen habe
Als es so entsetzlich heiß war und man außer lesen sowieso nichts machen konnte, habe ich an einem Tag “Wer ist Jennifer Jones?“* von Anne Cassidy gelesen. Diesen Thriller hatte ich schon lange im Blick. Eine Zehnjährige hat ihre Freundin umgebracht und das Buch handelt davon, wie es zu dieser Tat kommen konnte und wie das Kind später mit dieser Tat weiterleben kann. Die Autorin weist niemandem eine Schuld zu, sondern stellt nur dar, was alles abgelaufen ist, bevor es zum Mord bzw Todschlag kam. Ich fand “Wer ist Jennifer Jones?” sehr fesselnd und berührend.
In den letzten beiden Sitzungen des Seminars “Leseforum: Bücher im Gespräch” an der Uni Münster haben die Studentinnen jeweils eine halbe Stunde lang ein Buch vorgestellt und uns zuhörern nahegebracht, was in ihren Augen das Besondere an diesem Buch ist. Das Schöne daran ist, dass die Begeisterung der Vortragenden Interesse an Büchern weckt, die man sonst gar nicht in Erwägung gezogen hätte. Falls jemand noch eine Sommerlektüre sucht, sind hier die vorgestellten Bücher:
- Ruth Maria Thomas: Die schönste Version*
- Marianne Celano, Marietta Collins: Something Happened in Our Town*
- Margret Atwood: Der Report der Magd*
- Coleen Hoover: It ends with us*
- Taylor Jenkins Reid: Atmosphere*
- Gail Honeyman: Eleanor Oliphant is Completely Fine*
- Susanna Clarke: Piranesi*
- Taylor Jenkkins Reid: Daisy Jones and the Six*
- Becky Chambers: A Psalm for the Wild-Built*
Was ich geschrieben habe
Seit Ende Dezember habe ich mich auf den Kinderbuch-Kurs mit Bettina Hampl gefreut und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Der Kurs ist zweigleisig gelaufen. Einerseits haben wir uns mit den unterschiedlichen Anforderungen beschäftigt, die an Bücher für die verschiedenen Altersklassen gestellt werden und haben dazu Aufgaben gemacht. Andererseits wurden auch unsere eigenen Projekte besprochen.
Ich habe die “Hausaufgaben” geliebt und fand es sehr inspirierend mal zuerst auf die Anforderungen für, sagen wir ein Bilderbuch für Zweijährige, zu schauen und dafür dann eine Figur und eine Geschichte zu entwickeln. Das Bilderbuch mussten wir auch illustrieren, um zu lernen, wie man auch über die Bilder die Geschichte erzählt. Meine Illustrationen sahen zwar aus, als hätte die Zielgruppe sie gemalt, aber es hat so viel Spaß gemacht und ich habe viel gelernt.
Wie erhofft war der Kurs auch für mein Kinderbuch-Projekt die Unterstützung, die ich brauchte. Ich habe mich lange davor gedrückt die einzelnen Puzzleteile der Geschichte in eine Struktur zu bringen, aber bei der letzten Sitzung gestern Abend war ich gezwungen es zu tun und natürlich war es extrem hilfreich.Die vielen Ausfaserungen des Roten Fadens sind jetzt lokalisiert und – zumindest in meinem Kopf – beseitigt. Der Plot ist für mich jetzt deutlich übersichtlicher.
“Schreiben für Kinder und Jugendiche” mit Bettina Hampl wird an der VHS Berlin wohl jedes Jahr online angeboten. Große Empfehlung!
Was sonst noch passiert ist
Huch, ich habe eine Blogparade gestartet! Es geht um das Thema “Schreiben trotz Alltag”. Ich hoffe, dass wir individuelle Tipps und Tricks sammeln, wie man trotz all der Alltagsdinge, die unsere Zeit, Kraft und Energie fressen, Zeit und Konzentration zum Schreiben findet. Schreib gerne mit! Hier findest du weitere Informationen zur Blogparade “Schreiben trotz Alltag”.
Für die DGhK Bayern e. V. habe ich online einen Schreibworkshop für 9- bis 12-Jährige geleitet. Diesmal haben wir einen Schwerpunkt auf das Hören gelegt und unter anderem versucht, einen Ort nur über den Sinneseindruck des Hörens zu beschreiben. Der nächste Online-Schreibworkshop für Kinder startet Ende Februar 2027. Er ist auch offen für Nicht-Mitglieder.



Dann war ich auch noch in der nächsten Grundschule und habe dort mit einer vierten Klasse Bücher geschrieben und gebastelt. Workshops in Schulen sind für mich am anstrengendsten: Bis zu 30 Kinder, höchst unterschiedliche Motivation, gleichzeitig acht Fragen beantworten müssen … Aber es ist auch der Workshop, der sich am meisten lohnt. Wenn ein Kind in den ersten 80 Minuten einer Doppelstunde davon überzeugt ist, nichts zu können und nichts zu schaffen und dann am Ende so stolz mit seiner Geschichte und seinem Buch dasteht und sie allen zeigen und zu lesen geben will, das ist dann auch für mich ein besonders schönes Erlebnis.
Im Zirkus war ich auch noch!
*Affiliate-Link

Liebe Pia,
deine Blogparade habe ich mir gerade auf "Mitmachen" gestellt, vielleicht magst du ja auch zu meiner etwas beitragen.
Zum Thema "Liebe, Verlust und Aufbruch" fällt dir als Schreibende doch ganz sicher etwas ein?
Ich freue mich über deine Erfolge in Sachen Kinderbuch und Seminare, die du anbietest.
Da sind wir in vielen Dingen tatsächlich Kolleginnen, wenn auch mit anderer Zielgruppe.
Austausch at its best, möchte ich sagen.
Viele liebe Grüße
Gabi
Liebe Gabi,
wunderbar! Ich würde mich freuen, etwas von dir zu “Schreiben trotz Alltag” zu lesen.
Über deine Blogparade denke ich schon seit gestern nach und heute, als ich an der Kasse wartete, hatte ich eine Idee, die gehen könnte. Ich muss sie noch etwas reifen lassen, aber je länger ich darüber nachdenke, desto machbarer wirkt sie.
Liebe Grüße
Pia