Hatte der Mai wirklich nur 31Tage? Er kommt mir mindestens doppelt so lang vor.
Was ich gelesen habe
Mit den Studentinnen habe ich Martina Hefters Roman “Hey guten Morgen, wie geht es dir?” gelesen. Um drei Stunden lang über das Buch sprechen zu können, musste ich es noch einmal gründlich lesen und wie so oft war dieses close reading eine Art Offenbarung. Vorher fand ich das Buch okay, nachher fand ich es großartig. Mir hat besonders gut gefallen, wie subtil komplexe Themen, wie beispielsweise die Pflegekraft für den Ehemann zu sein, verarbeitet werden. Schon die Anordnung der Absätze, wie Themen verknüpft werden, wie man von einem Thema zum anderen geführt wird, hat mich beeindruckt. Und erst die ganze Asteroiden-Metaphorik …. Ich bin sehr froh, diesen Roman als Seminarlektüre ausgewählt zu haben.
Noch interessanter wurde die Diskussion dann im Seminar mit den Studentinnen, weil jede ein anderes Fachwissen und eine eigene Perspektive auf das Buch mitbringt.

Was ich geschrieben habe
Ja, was eigentlich? Kleine Puzzleteile, Fragmente für das Buch – mehr war in diesem Monat nicht drin.Die Workshops samt Vorbereitungen haben meine Aufmerksamkeit aufgefressen. Außerdem wartete ich sehnlichst auf das Kinderbuch-Seminar, um dort Feedback zu erhalten und dann frisch kalibriert weiterzuschreiben.
Was sonst noch passiert ist
Den Workshop “Schreiben in und mit der Natur”, der im April startete, habe ich in zwei Grundschulklassen fortgeführt. Der Mai sah mich also Flaschen voller Pflanzentinte durch die Stadt fahren, Pflanzenteile pressen und diverse Untergründe abschraffieren. Ich hatte genug Pflanzentinte, um eine ganze Bar damit auszurüsten und eins kann ich sagen: Nach einer Woche riecht sie gar nicht mehr gut.



Am 9. Mai hab ich einen ganztägigen Schreibworkshop für Erwachsene geleitet, in dem es vor allem darum ging, den Kopf einmal gründlich von allen Erwartungen an sich selbst frei zu machen und von den eigenen Ideen überrascht zu werden. Solche Workshops mit ungewöhnlichen schreibanregungen möchte ich in zukunft öfter anbieten.
Mein Kinderbuch-Workshop, auf den ich mich schon seit Ende Dezember freute, musste um zwei Wochen verschoben werden. Gut, dass ich so geduldig bin …
Mit Alpakas, dieser flauschgewordenen Mischung aus Reh und Schaf, bin ich in Castrop-Rauxel gewandert. Jetzt weiß ich, dass sie bis zu viereinhalb Minuten am Stück pinkeln können, ihren Nachwuchs im Sommer zur Welt bringen müssen, weil sie ihn nicht trockenlecken können und selbst entscheiden, hinter welchem Alpakakumpel sie auf der Wanderung laufen möchten. Und ich hätte jetzt auch gerne so eine kleine Alpakaherde, um leger über “die Jungs” sprichen zu können.

Hallo Pia,
selbstgemachte Pflanzentinte, das klingt richtig spannend! Wie hast du die gemacht?
Ich habe schon Papier geschöpft, das fand ich eine wunderbar verbindende Erfahrung.
Liebe Grüße
Tereza
Hallo Tereza,
Papier schöpfen ist auch toll!
Weil ich mir in den Osterferien über die Tinte Gedanken gemacht habe, habe ich einfach den Sud genommen, mit dem wir die Ostereier gefärbt haben. Das Rezept steht hier: https://welovehandmade.at/2017/03/30/diy-ostereier-natuerlich-faerben-mit-rotkraut-blau-und-gruen/
Liebe Grüße
Pia