Üblicherweise fasse ich im Monatsrückblick zusammen, was ich gelesen, was ich geschrieben habe und was sonst noch passiert ist. Für den Juli 2026 hat sich die Gewichtung dieser Unterkategorien verschoben, denn es ist vor allem „sonst noch passiert“ – acht Tage Ferienakademie des Westfälischen Literaturbüros und meine erste eigene Blogparade. Gelesen habe ich tatsächlich, aber die beiden Bücher, die mir sehr gut gefielen, sind noch nicht mal fertig gelesen.
Geschrieben habe ich auch. Sensationelle sechs Blogbeiträge! Es gab Jahre, da hatte ich insgesamt weniger Beiträge. Aber Fiktionales? Ich kann mich nicht erinnern. Pech, wenn man beim Schreiben des Rückblicks auf einem Sandhaufen mitten in der Nordsee sitzt und die sorgfältig geführten Aufzeichnungen zu Hause liegen.
Was ich gelesen habe
Zwei Bücher haben mir im Juli richtig gut gefallen – beide leider noch nicht zu Ende gelesen, weil einfach die Zeit fehlte. Das eine: der neue Roman von Maggie O’Farrell, „Land“*. Wenn man nur hört, worum es geht, klingt es erst einmal gar nicht so verlockend – die Engländer eignen sich Irland an, nehmen den Menschen Land und Kultur, erzählt anhand einer Familie. Aber diese Zusammenfassung wird dem Roman überhaupt nicht gerecht: Maggie O’Farrell schafft es, eine ganze mythische Ebene mit hineinzuerzählen, in der ihr eigenen besonders schönen Sprache, so anschaulich und vielschichtig. Ich kann es gerade selbst nicht besser beschreiben.
Das andere Buch habe ich quasi im Vorbeigehen gefunden: „Am Meerschwein übt das Kind den Tod“* von Nora Gomringer, habe ich in der Bibliothek von gut Nottbeck entdeckt. Ich habe angefangen reinzulesen, während die Kinder geschrieben haben – und es dann direkt gekauft. Mein zweites Buch in diesem Jahr über den Verlust von nahen Angehörigen und das Trauern.
Was ich geschrieben habe
Schon lange gefiel mir die Idee eine Blogparade zu starten, aber ich fürchtete, es würde niemand mitmachen. Bei einer Blogparade gibt man ein Thema vor und andere Blogger*innen schreiben dazu auf ihrem Blog einen Beitrag mit ihrer Sicht auf das Thema. Dieser Beitrag wird dann mit dem Aufrufs-Beitrag verlinkt.
Im Juli dachte ich mir „Was soll’s!“, wenn niemand mitmacht, würde ich meine Blogparade einfach verschwinden lassen. Mein Thema lautet – sehr passend für diesen Juli – „Schreiben trotz Alltag“. Ich freue mich sehr, dass bereits vier Bloggerinnen einen Beitrag geschrieben haben. Meine Blogparade läuft noch bis zum 18. August. Abschließend werde ich alle Beiträge vorstellen.
Meine Tipps zum Schreiben trotz aller Alltagsanforderungen habe ich natürlich auch noch zusammengefast. Du kannst sie hier lesen.
Inspiriert von Gabi Kremskötters Bloparade zu den Themen „Liebe, Verlust, Aufbruch“ habe ich einen Beitrag zur Figurenentwicklung ohne ausführlichen Fragebogen verfasst.
Nachdem ich mein Kinderbuch-Manuskript wieder in Gang gebracht habe, konnte ich von meinem Riesenfehler erzählen, der die Arbeit einst zum Erliegen gebracht hat.
Und schließlich habe ich Blackout Poetry ausprobiert und hier darüber erzählt, wie aus einer Buchseite sportbegeisterte Automaten wurden. Der Anstoß ging auch aus einer Blogparade von Lily Magdalen hervor. So ein kleines Projekt passte perfekt in meinen Juli. Ich bin froh, diese Technik kennengelernt zu haben und habe dann auch gleich mit den Kindern in der Ferienakademie Blackout Poetry ausprobiert.
Der sechste Blogbeitrag war mein Juni-Rückblick.
Was sonst noch passiert ist
Acht Tage lang habe ich an der Ferienakademie des Westfälischen Literaturbüros Schreibkurse geleitet. Vor langer Zeit war ich selbst als Teilnehmerin dabei, seit 2009 leite ich dort am Beginn der NRW-Sommerferien Kurse. Auf Gut Nottbeck bei Oelde fand zuerst der Schnupperkurs statt für Kinder, die das 3. und 4. Schuljahr beendet haben. Ein Wochenende lang haben wir pro Tag fünf Stunden Geschichten geschrieben, vorgelesen und kommentiert. In der Mittagspause und abends konnten die Kinder auf dem wunderschönen Gelände mit dem riesigen Obstgarten spielen. Da wir alle im Haus Nottbeck übernachteten, ist die Ferienakademie auch ein großes Abenteuer für die Kinder.
Montag reisten die Fünft- und Sechstklässler an, die bis Samstag blieben. Für den Nachbarkurs mit Birgit Lohmeyer reisten die Siebt- bis Neuntklässler an. Viele Teilnehmer*innen kommen bereits seit Jahren zur Ferienakademie. Drei Stunden vormittags und drei Stunden nachmittags – man muss das Schreiben wirklich lieben, um an dieser Woche Spaß zu haben. Wir haben verschiedenste Methoden ausprobiert, um Figuren zu erfinden, haben eigene Figuren in altbekannte Geschichten eingeschleust, konkret gezeigt statt behauptet und einen Nachmittag lang einen Ausflug in die Welt der Lyrik unternommen. Wann immer es möglich war, konnten die Teilnehmer*innen auch draußen auf dem Gelände schreiben, denn die schöne Umgebung muss man doch nutzen. Die Mischung aus intensivem Schreiben und des Zusammenlebens mit gleichgesinnten Gleichaltrigen lässt eine Art Zauber entstehen.





Gerade noch geschafft habe ich den Besuch der Scharf Collection im Düsseldorfer Kunstpalast – eine richtig schöne Ausstellung mit jeder Menge Bildern an den Wänden, die sich hervorragend als Schreibimpulse für kreatives Schreiben eignen würden. Es fehlt nur noch die Zeit, sie tatsächlich zu nutzen.
Und falls dir zum Thema „Schreiben trotz Alltag” etwas einfällt: Meine Blogparade läuft noch bis zum 18. August. Schreib gerne mit – alle Infos findest du hier. Ich freu mich auf jeden Beitrag. Falls du keinen Blog hast, kannst du auch einfach den Aufruf kommentieren.
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