Im März standen zwei neue Schreibworkshops an und weitere wurden vorgeplant. Wie so oft wurde diese Arbeit von der Frage begleitet, wie ich es trotz der Vorbereitungen schaffe, selbst zu schreiben.
Was ich gelesen habe
Vor ein paar Wochen habe ich mich über den Skandal rund um die Buchpreis-Verleihung im Oktober 2024 unterhalten und dabei bemerkt, dass ich zwar den Namen des schlechten Verlierers noch kenne, den Namen der Gewinnerin jedoch tatsächlich vergessen hatte. Also war klar, ich kaufe den Roman von Martina Hefter und wir lesen ihn im nächsten Semester im Leseforum. Als Sühnehandlung sozusagen. Glücklicherweise bietet “Hey guten Morgen, wie geht es dir?“* viele Themen an, über die man gut mit einer Gruppe diskutieren kann. Noch dazu ist es eine sehr schnelle Lektüre, was für ein Uni-Seminar schließlich auch eine Rolle spielt.
Morgens vor dem Aufbruch zur Schule lese ich gerne ein Kinderbuch, das ist zur Tradition geworden. Ich finde es noch immer äußerst spannend, endlich die Geschichte hinter Titeln kennenzulernen, von denen man schon lange etwas gehört hat. Im März hat mir “Der geheime Garten“* von Frances Hodgson Burnett am besten gefallen. Es ist eine typisch britische Geschichte darüber, wie ein Garten eigentlich alles zu heilen vermag. Die Waise Mary zieht in das riesige und geheimnisvolle Haus ihres Onkels in England. Sie ist ein ziemlich unangenehmes Kind, das keinen Hehl daraus macht, keinen Menschen zu mögen und das auch von niemandem gemocht wird. In ihrem neuen Heim erkundet sie die diversen Gärten, die zum Anwesen gehören, entdeckt einen Cousin, der vor ihr versteckt werden sollte und der mindestens so unausstehlich ist, wie sie selbst und beide werden schließlich durch den geheimen Garten – und alles, was dazu gehört – verändert.
Was ich geschrieben habe
Nachdem meine Schreib-Buddys und ich, wie im Februar-Rückblick erwähnt, nun ernst machen, klarere Ziele gesetzt haben und unsere Fortschritte strenger überwachen, habe ich meine handschriftlichen Notizen sortiert und in ein Dokument notiert (nachdem mich das Abtippen zur Verzweiflung gebracht hat). Es passierte genau das, was ich mir erhofft hatte, ich habe neue Anknüpfungspunkte entdeckt, an denen ich weiterschreiben kann. Das waren zuerst nur winzige Szenen, die noch fehlten, aber es fühlte sich sehr gut an, neuen Text für dieses Manuskript zu produzieren.
Die vielen Seminare haben meine Schreibzeit eingeschränkt, als sie vorbei waren, kam noch ein tagelang krankes Kind dazu und dann begannen auch schon die Osterferien. Ich war kurz davor zu verzweifeln und mir einzubilden, dass ich durch die weiteren Workshops im Frühjahr, die Feiertage und Schulferien wohl erst im September dazu komme, mich auf mein Manuskript einzulassen. Ja, das war einen Hauch theatralisch. Zum Glück ist mir noch eingefallen, wie ich mir in dieser Situation helfen kann. Natürlich brauche ich keine riesigen Zeitblöcke, sondern hier eine Viertelstunde und dort zehn Minuten. Auf diese Weise bin ich so entspannt wie nie durch die erste Woche der Osterferien gekommen. Wie es weitergeht, erzähle ich dann im April-Rückblick.
Was sonst noch passiert ist
- In der Stadtbibliothek Schwelm habe ich zwei kurze Schreibworkshops für Grundschulkinder geleitet, bei denen wir Bilderbücher als Schreibanregung verwendet haben. Daüber habe ich den Blogbeitrag Mit Silent Books zu kreativem Schreiben. Bilderbücher als Schreibimpuls für Kinder geschrieben.
- Für die Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind e. V. in Bayern habe ich wieder einen Online-Schreibworkshop für 9-12-Jährige geleitet. Ohne Blogbeitrag. Aber mit dem Hinweis, dass interessierte Kinder sich dem nächsten Workshop im kommenden Juni anschließen können.
- Meine Webseite Online-Schreibworkshop hat jetzt einen Claim! “Schreiben, um in Büchern zu leben”. Warum es ausgerechnet diesen Claim gibt und wozu er gut sein soll, werde ich demnächst in einem Blogbeitrag erzählen.
- In der Oper war ich im März auch noch und habe “Le nozze di Figaro” gesehen.
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